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Wärmewirkung

Wärmewirkung durch die Flamme eines Ethanolkamins und notwendige Lüftung

Bei der Verbrennung von Ethanol wird Wärme abgegeben und Kohlendioxid produziert.

Die DIN 4734 schreibt vor, dass der Durchsatz in einem Ethanolkamin unter 0,5 l/h Ethanol liegen muss und ein mittlerer Kohlendioxidgehalt in der Raumluft von maximal 5000 ppm nicht überschritten werden darf. Dies entspricht ca. 9 g pro cbm Luft.

Bei der Verbrennung von 0,5 l Ethanol entstehen 740 g Kohlendioxid. In einem Raum mit 100 cbm, entsprechend 40 qm bei 2,5 m Deckenhöhe, liegt man deshalb deutlich unter dem Grenzwert.

Nach EN DIN 13779 ist die Raumluft dann allerdings als niedrig einzustufen. Deshalb muss gelüftet werden, wobei 0,6 Luftwechsel pro Stunde sinnvoll sind und die Luftqualität als gut bis mäßig mit 3g Kohlendioxid pro cbm einzustufen ist. Dies wird erreicht, wenn die Tür beim routinemäßigen Gang auf die Toilette/Küche geöffnet wird oder das Fenster kurzfristig gekippt wird. (Werte aus: Recknagel / Sprenger / Schramek, Taschenbuch für Heizung- und Klimatechnik Oldenbourg Verlag, (2009)). In einem kleineren Raum z.B. mit 20 qm sollte man grundsätzlich den Ethanoldurchsatz auf 0,25l/h reduzieren. Als Konsequenz existieren dann analoge Verhältnisse.

Das Lüften hat nun Auswirkungen auf die Wärmeerzeugung des Ethanolkamins. Bei der Verbrennung von 0,5 l Ethanol entsteht eine Wärmemenge von etwa 3 kWh. Allerdings entweicht durch 0,6 Luftwechsel auch 60% der erzeugten Wärme. Damit bleibt aber soviel übrig, wie ein handelsüblicher elektrischer Heizlüfter (1200W) in einer Stunde erzeugt. Daher ist die Behauptung nicht richtig, dass ein Ethanolkamin keine wohlige Wärme verbreitet.

Allerdings schreibt DIN 4734 vor, dass ein Ethanolkamin nicht zur Raumheizung eingesetzt werden darf. Das ist aber nur so zu verstehen, dass es sich dabei um die einzige Wärmequelle handelt. In diesem Fall müsste er im Dauerbetrieb sein, was wegen der notwendigen Nachfüllpausen und längerer unbeaufsichtigter Phasen, technisch nicht realisierbar und außerdem völlig abwegig ist.

Total falsch ist die zitierte Aussage von Immo Terborg von der Hamburger Verbraucherzentrale, dass der Sauerstoffgehalt im Raum ohne regelmäßiges Lüften bedrohlich absinkt. Da die Luft zu 20% aus Sauerstoff besteht, sind in den obigen 100 cbm 27,4 kg Sauerstoff enthalten. Beim Verbrennen von 0,5 l Ethanol werden 800g Sauerstoff verbraucht, was einer Absenkung um 2,9% entspricht. Das kann kein Mensch fühlen, sondern höchstens mit einem hohen technischen Aufwand gemessen werden.

Dr. Roland Schmid, Dipl.-Ing. (Chemie) /Mikrobiologe - 27.12.2010